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Die Hochzeit steht vor der Tür.

Welchen Namen sollen die Ehegatten tragen?

§ 1355 BGB wurde durch das FamNamRG vom 16. Dezember 1993 (BGBl. I S. 2054) eingeführt und bestimmt, dass die Ehegatten einen gemeinsamen Familiennamen (Ehenamen) bestimmen sollen. Das heißt, es kann der Geburtsname der Frau oder des Mannes gewählt werden. Wird kein Name bestimmt, so trägt jeder weiterhin den Namen, den er vor der Heirat geführt hatte.


Ein Ehegatte, dessen Geburtsname nicht Ehename wird, kann dem Ehenamen seinen Geburtsnamen oder den Namen, den er zur Zeit der Erklärung über die Bestimmung des Ehenamens führt, dem Ehenamen voranstellen oder anfügen. Voraussetzung für ein Führen eines Doppelnamens ist, dass der Ehename nur aus einem Namen besteht. Führt der Ehegatte bereits einen Doppelnamen, so kann nur einer der Namen hinzugefügt werden. Das heißt, zulässig ist lediglich die Verdoppelung des Namens. Nicht die Verdreifachung, etc.


Der verwitwete oder geschiedene Ehegatte behält zunächst den Ehenamen, bis er nach Rechtskraft der Scheidung oder nach dem Tod erklärt, dass er den Geburtsnamen oder seinen vormals geführten Namen wieder annehmen will. Auch zu diesem Zeitpunkt ist es möglich, den Geburtsnamen oder den geführten Namen dem Ehenamen voranzustellen oder anzufügen.


Die Bestimmung des Ehenamens kann bei der Eheschließung formlos erfolgen und muss lediglich gegenüber dem Standesbeamten erklärt werden. Alle übrigen Namenserklärungen müssen öffentlich beglaubigt werden. Diese Erklärungen müssen vor einem Notar abgegeben werden, können aber auch von dem örtlich zuständigen Standesbeamten beglaubigt oder beurkundet werden.


Ein einmal gewählter Ehename kann nicht widerrufen oder angefochten werden. Jedoch kann ein Ehegatte die Voranstellung oder Anfügung seines Namens in öffentlich beglaubigter Form gegenüber dem Standesbeamten widerrufen.


Nach Art. 10 EGBGB können ausländische Ehegatten ihren zukünftig zu führenden Ehenamen nach dem Recht des Staates wählen, dem einer der Ehegatten angehört oder nach deutschem Recht, wenn einer von ihnen seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat.

 

Inken Kronenbitter
Oktober 2001


Familienrecht - 01.10.2001

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