Kanzlei KMB
 

Monatsinfo

Steuerrecht für Arbeitgeber und Arbeitnehmer I

1. Steuerfreiheit von Trinkgeldern


Bis zum 31. Dezember 2002 waren Trinkgelder, die einem Arbeitnehmer von Dritten bezahlt werden, ohne dass ein Rechtsanspruch hierauf besteht, bis zu 1.224 € jährlich steuerfrei. Seit dem 1. Januar 2003 sind Trinkgelder in voller Höhe von der Einkommensteuer freigestellt. Gem. § 3 Nr. 51 EStG sind Trinkgelder, die dem Arbeitnehmer anlässlich einer Dienstleistung von Kunden oder Gästen freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, den diese für die erhaltene Leistung zu zahlen haben, steuerfrei.


2. Private Anschaffung von Computer und Internetzugang


Der auf die berufliche Nutzung entfallende Teil der Aufwendungen für einen privat angeschafften Computer und dessen Zubehör kann steuerlich berücksichtigt werden, sofern der Umfang der beruflichen Nutzung nachgewiesen oder glaubhaft gemacht wird.


3. Auslagenersatz für berufliche Telefonkosten vom Privatanschluss eines Arbeitnehmers aus


Ersetzt der Arbeitgeber die beruflich veranlassten Gespräche nicht, kann der Arbeitnehmer diese Aufwendungen als Werbungskosten geltend machen.
Bei Aufwendungen für Telekommunikation können auch die Aufwendungen für das Nutzungsentgelt einer Telefonanlage sowie für den Grundpreis der Anschlüsse entsprechend dem beruflichen Anteil der Verbindungsentgelte steuerfrei ersetzt werden. Fallen erfahrungsgemäß beruflich veranlasste Telekommunikationsaufwendungen an, können aus Vereinfachungsgründen ohne Einzelnachweis bis zu 20 % des Rechnungsbetrags, höchstens 20 € monatlich steuerfrei ersetzt werden.


4. Mietvertrag über ein häusliches Arbeitszimmer


Angestellten Außendienstmitarbeitern wird im Betrieb des Arbeitgebers mitunter kein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt. Diese Arbeitnehmer vermieten häufig ein "Home Office"
an den Arbeitgeber, indem ein Raum der Privatwohnung als Büro genutzt wird. In einigen Fällen ist nicht der Arbeitnehmer, sondern dessen Ehegatte oder ein Dritter Vermieter. Bisher wurden diese Mietverhältnisse nicht anerkannt, sondern die Mietzahlungen zum steuerpflichtigen Arbeitslohn gerechnet. Der Bundesfinanzhof hat hierzu nun entschieden, dass zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer neben dem Dienstverhältnis gesonderte Rechtsbeziehungen bestehen können, die steuerlich anzuerkennen sind, wenn ein derartiges Vertragsverhältnis auch mit Dritten abgeschlossen würde. Ob Arbeitnehmer ihren häuslichen Büroraum an fremde Dritte vermietet hätten, ist nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs nicht entscheidungserheblich. Die Mietzahlungen des Arbeitgebers stellen entgegen der bisherigen Praxis der Finanzämter und Finanzgerichte keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.


5. Abfindung wegen Verzicht auf Tantieme


Verzichtet der Geschäftsführer einer GmbH durch Änderung des Anstellungsvertrags auf die arbeitsvertraglich vereinbarte Tantieme und erhält hierfür eine Abfindung, so ist diese Abfindung der laufenden Besteuerung unterworfen. Der Bundesfinanzhof begründet seine Entscheidung damit, dass § 24 Nr. 1 lit. a EStG nicht eingreife, weil das Anstellungsverhältnis nicht beendet worden ist. Der bisherige Anspruch auf Zahlung einer Tantieme ist im Ergebnis kapitalisiert worden. Eine bloße Änderung der Zahlungsmodalitäten des Arbeitsentgelts rechtfertigt eine ermäßigte Besteuerung nicht.


Dr. Margit Böhme
März 2003


Arbeitsrecht - 03.03.2003

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