Kanzlei KMB
 

Monatsinfo

Mittelbare Grundstücksschenkung- Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten nutzen

In Zeiten, in denen Erbschaftsfragen für einen großen Teil der Bevölkerung eine wichtige Rolle spielen, da große Vermögenswerte von einer Generation auf die andere übergehen, darf man die einfachen erbschaftsteuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten nicht aus den Augen verlieren. Die steuerlichen Freibeträge sowie die gegenwärtigen günstigen Regelungen des Bewertungsrechts für die Bewertung von Immobilienvermögen bieten einfache und effiziente Möglichkeiten, Vermögen von der einen auf die andere Generation zu verlagern. Durch die anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Verfassungsmäßigkeit des gegenwärtigen Erbschaftsteuerrechts und Bewertungsrechts sowie die politische Diskussion hierzu ist mit einschneidenden Änderungen der Gesetzeslage zu rechnen.

Ein mögliches Gestaltungsinstrument zur steuergünstigen Übertragung von Vermögen auf Kinder ist die so genannte „mittelbare Grundstücksschenkung“. Bei der mittelbaren Grundstücksschenkung wird von einem Elternteil oder beiden Elternteilen an das jeweilige Kind ein Geldbetrag zweckgebunden zum Bau oder Erwerb einer Immobilie geschenkt. Bei dieser Art der Schenkung wird zur steuerlichen Betrachtung nicht der Nominalwert des Geldes herangezogen, sondern der Wert der Immobilie entsprechend den Vorgaben des Bewertungsgesetzes. Nach diesem liegt der Immobilienwert gegenwärtig bei bebauten Immobilien noch bei rund 70 % des Verkehrswertes.


Barvermögen von rund T€ 300 kann im Wege der mittelbaren Grundstücksschenkung beispielsweise nahezu steuerfrei verschenkt werden (bei angenommenen 70% Bewertungsabschlag), bedenkt man, dass der Freibetrag von Kindern gegenüber den Eltern T€ 204 beträgt. Schenken beide Eltern beispielsweise an ihr einziges Kind, so verdoppelt sich der Freibetrag bei zwei Schenkern auf T€ 408.


Aber auch wenn im Ergebnis nur geringe Beträge der Schenkungsteuer unterworfen werden müssen, führt dies im Ergebnis zu einer Steuerersparnis im Gegensatz zu einer reinen Barschenkung, da der Steuersatz je nach Steuerklasse und insbesondere der Höhe des zu versteuernden Betrages ansteigt. Diese Progression kann man nutzen.


Unter Berücksichtigung zivilrechtlicher Sicherungsmöglichkeiten sollten Eltern, die die Verteilung ihres Vermögens – auch langfristig - regeln wollen, die Gestaltungsmöglichkeit der mittelbaren Grundstücksschenkung jetzt unbedingt noch nutzen. Durch die künftig anstehenden Änderungen des Erbschaft- und Schenkungsteuerrechts sowie des Bewertungsrechts werden diese Gestaltungsmöglichkeiten wohl weitestgehend nicht mehr möglich sein.


Dr. Kensbock
Mai 2006


Steuerrecht - 01.05.2006

© 2007-2013 by KMB | Login