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Monatsinfo

Steuerliche Änderungen zum Jahreswechsel

Auch das Jahr 2009 bringt dem Steuerpflichtigen wieder zahlreiche Änderungen. Die Wiederkehr der ungekürzten Pendlerpauschale aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes sowie die durchaus umstrittene Reform der Erbschaftsteuer sind nur zwei Beispiele dafür. Die wesentlichen Regelungen seien im Folgendem kurz dargestellt:

Auch das Jahr 2009 bringt dem Steuerpflichtigen wieder zahlreiche Änderungen. Die Wiederkehr der ungekürzten Pendlerpauschale aufgrund der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes sowie die durchaus umstrittene Reform der Erbschaftsteuer sind nur zwei Beispiele dafür. Die wesentlichen Regelungen seien im Folgendem kurz dargestellt:

Pendlerpauschale

Durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes können Pendler nunmehr wieder Fahrtkosten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz vom ersten Kilometer an mit jeweils € 0,30 pro gefahrenem Kilometer von der Steuer absetzen. Die Kürzung der Pendlerpauschale stellte sich als Verstoß gegen das Gleichheitsgebot und das Prinzip der Folgerichtigkeit dar.

Erbschaftsteuer

Durch das neue Erbschaft- und Schenkungsteuerrecht werden Betriebsvermögen und Immobilien höher bewertet. Die Bewertungsregelungen im Einzelnen sind problematisch und sind nicht in der Praxis erprobt. Wichtig ist jedoch, dass der schenkung- und erbschaftsteuerfreie Betrag für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner auf € 500.000,00 angehoben wurde, für Kinder auf € 400.000,00 und für Enkel auf € 200.000,00. Geschwister, Neffen und Nichten müssen wie andere Erben jedoch mehr Steuer bezahlen, auch wenn der Freibetrag steigt.

Das Erben von Firmen kann steuerfrei bleiben, wenn der Betrieb zehn Jahre lang fortgeführt wird und Arbeitsplätze innerhalb eines bestimmten Rahmens erhalten bleiben.

Insgesamt wird die Erbschaftsteuerreform zu einer erhöhten Steuerbelastung führen. Frühzeitige Beratung ist zu empfehlen.

Abgeltungsteuer

Zinsen, Dividenden, Kurs- und Währungsgewinne oder Fondausschüttungen werden pauschale mit 25% besteuert, zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5% und gegebenenfalls Kirchensteuer. Abgeltungsteuer fällt nur dann an, wenn die Kapitalerträge über dem Pauschbetrag von € 801,00 bzw. € 1.602,00 für Verheiratete liegen. Sie wird von den Banken einbehalten und direkt an das Finanzamt abgeführt. Für Papiere, die vor dem 01. Januar 2009 gekauft wurden, bleiben Kursgewinne steuerfrei, wenn diese mindestens ein Jahr lang im Depot gehalten werden.

Steuerhinterziehung

Mit der Verkomplizierung des Steuerrechtes geht einher eine Verschärfung des Steuerstrafrechtes. Die Verfolgung von Steuerstraftaten in besonders schweren Fällen verjährt nunmehr erst nach zehn Jahren. Das ist eine Verdoppelung der Frist, die an den Zeitraum angeglichen wird, in dem die Finanzämter das Geld noch nachfordern können.


Dr. Karsten Kensbock
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht
Januar 2009


Steuerrecht - 21.01.2009

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