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Monatsinfo

Fußgänger aufgepasst!

Wie Fußgänger sich im Straßenverkehr zu verhalten haben, ist in einigen Vorschriften der StVO (Straßenverkehrsordnung) geregelt. Der Bundesgerichtshof hat diese Verhaltenspflichten konkretisiert. Unter anderem hat er ausgelegt, dass der Fußgänger:

  • Besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit beim Überqueren einer Straße walten lassen muss, wenn er an einer nicht besonders vorgesehenen Überquerungsstelle die Straße überschreiten möchte. Er muss grundsätzlich den bevorrechtigten Verkehr abwarten.
  • Auf der Fahrbahnmitte stehen bleiben muss und nicht zurück gehen darf, wenn er ausnahmsweise berechtigt ist die Fahrbahn in Etappen zu überqueren.
  • Leichtfertig handelt, wenn er außerorts und bei Dunkelheit eine sieben Meter breite Bundesstraße an einer schlecht beleuchteten Stelle vor einem sechzig bis fünfundsechzig Meter entfernten Pkw zu überqueren versucht.
  • Leichtfertig handelt, wenn er innerorts vor einem langsam fahrenden Pkw, der sich auf hundert Meter nähert, versucht die Straße zu überqueren. Eine genaue Entfernung muss nicht ermittelt werden. Es genügt, wenn das Auto erkennbar in einer kritischen Annäherungszone war.
  • Gefahr läuft gemäß einer Mitverschuldung zu haften, wenn er einen Zebrastreifen oder einen Ampel gesicherten Überweg nicht benutzt.
  • Nicht blindlings darauf vertrauen darf, dass an einem Zebrastreifen sein Vorrang respektiert wird. Er muss den Verkehr dennoch beobachten.
  • Auch an einem Ampel gesicherten Überweg, bei grün für die Fußgänger, auf den fließenden Verkehr achten muss.
  • Bei Dunkelheit am äußersten Fahrbahnrand gehen muss, notfalls muss er auf den angrenzenden Randstreifen ausweichen.

Inken Kronenbitter
Dezember 2004


Allgemeines Zivilrecht - 01.12.2004

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