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Monatsinfo

Realsplitting

Vorteil des Unterhaltsverpflichteten

Das begrenzte Realsplitting nach § 10 Abs. 1 Satz 1 EstG bedeutet, dass der Unterhaltsverpflichtete mit Zustimmung des Unterhaltsberechtigten Ehegattenunterhalt bis zu 13.805,00 € jährlich als Sonderausgaben steuerlich absetzen kann. Es wird nicht nur der gezahlte Barunterhalt erfasst, sondern auch Naturalleistungen wie Bezahlung der Krankenversicherung, Miete, etc. Der Unterhaltsberechtigte muss den erhaltenen Unterhalt als Einkommen versteuern. Den eintretenden Steuernachteil des Unterhaltsberechtigten muss der Unterhaltsschuldner erstatten. Der Nachteil ist wegen der Steuerprogression aber niedriger als der Steuervorteil des Unterhaltspflichtigen. Bei Wiederverheiratung und gemeinsamer Veranlagung mit einem neuen Ehegatten kann der Unterhaltsbedürftige im gleichen Jahr bis zur Eheschließung noch gezahlten Unterhalt aber nur den Ausgleich des steuerlichen Nachteils verlangen, der ihm bei getrennter Veranlagung entstanden wäre. Der Unterhaltsbedürftige ist verpflichtet dem Realsplitting zuzustimmen, soweit der Unterhaltsverpflichtete den Ausgleich der finanziellen Nachteile zusagt. An ausgleichsfähigen finanziellen Nachteilen des Unterhaltsbedürftigen kommen die Steuern und höhere Krankenversicherungskosten, Entzug öffentlicher Leistungen u.s.w. in Betracht. Steuerberaterkosten fallen unter den erstattungsfähigen Nachteil, wenn der Unterhaltsbedürftige auf den Steuerberater wegen schwieriger steuerrechtlicher Fragen zurückgreifen muss. Die Nachteile sind binnen Jahresfrist nach ihrer Entstehung geltend zu machen.
Die Zustimmung kann gegenüber dem Finanzamt erfolgen. Oft geschieht dies durch Unterzeichnung der »Anlage U« zur Einkommenssteuererklärung. Jedoch besteht keine Verpflichtung zur Unterzeichnung. Die Zustimmung kann also auch in anderer Form erklärt werden. Wird die Zustimmung zum Realsplitting grundlos verweigert, besteht Anspruch auf Schadensersatz.

Beispielhaft sollen folgende Realsplittingvorteile genannt werden:

 

Realsplittingtabelle 2006
(Angestellte/Arbeiter mit KiSt 9% und Solidaritätszuschlag)

 

Einkommen
In Euro
100 300 500 600 850
1.200 21,75 53,08 53,08 53,08 53,08
2.000 32,02 92,20 151,10 180,41 247,22
2.700 35,88 105,06 171,86 204,93 283,46
3.250 39,05 115,39 189,44 225,57 312,93

 

Realsplitting 2006
(Beamte mit KiSt 9% und Solidaritätszuschlag)

 

Einkommen
In Euro
100 300 500 600 850
1.200 23,50 64,08 72,91 72,91 72,91
2.000 31,19 92,98 152,41 180,78 251,10
2.700 36,32 106,21 174,72 207,13 287,63
3.250 39,48 116,78 191,62 228,29 315,71

 

Inken Kronenbitter
Mai 2006

 

 


Familienrecht - 01.05.2006

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