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Monatsinfo

Die Geburt des Kindes naht.

Welchen Namen soll das Kind tragen?

Der Kindesname ist in den §§ 1616 ff BGB geregelt. Tragen die Eltern bei der Geburt einen gemeinsamen Ehenamen, so erhält das Kind zwingend diesen Namen.


Bei Eltern ohne Ehenamen bestimmen die Eltern, sofern sie gemeinsames Sorgerecht haben, den Namen des Vaters oder der Mutter. Bei der Geburt ist dies formlos möglich, danach (bis einen Monat nach der Geburt möglich) durch öffentliche Beglaubigung. Der gewählte Name kann nicht widerrufen oder angefochten werden.


Wird keine Bestimmung getroffen, so überträgt das Familiengericht einem Elternteil das Bestimmungsrecht. Trifft dieser wiederum keine Entscheidung, so erhält das Kind nach Monats-Fristablauf automatisch den Namen desjenigen, der hätte entscheiden sollen.


Besteht kein gemeinsames Sorgerecht, so erhält das Kind bei der Geburt automatisch den Namen des alleinsorgeberechtigten Elternteils. Durch öffentlich beglaubigte Einwilligung des Kindes (nach Vollendung des 5. Lebensjahrs) und des anderen Elternteils kann auch dessen Name zum Kindesnamen bestimmt werden.


Besteht zunächst alleiniges Sorgerecht eines Elternteils und üben die Eltern dann gemeinsam das Sorgerecht aus, so können sie binnen drei Monate nach Begründung der gemeinsamen elterlichen Sorge den Kindesnamen einvernehmlich ändern. Auch hier ist die Einwilligung des Kindes erforderlich, nachdem es das 5. Lebensjahr vollendet hat. Dies gilt auch, wenn erst später der Ehename gewählt wird.


Heiraten die Eltern nach der Geburt des Kindes und wählen einen gemeinsamen Ehenamen, so wird dieser automatisch Geburtsname des Kindes. Auch hier ist die Einwilligung des Kindes erforderlich, nachdem es das 5. Lebensjahr vollendet hat.Wird ein gemeinsamer Ehename nicht gewählt, so haben die Eltern entsprechend den Erläuterungen in dem vorstehenden Absatz das Recht der Neubestimmung.

Der alleinsorgeberechtigte (geschiedene) Elternteil kann dem Kind den neuen Ehenamen geben oder dem Geburtsnamen des Kindes voranstellen oder anfügen. Mit jeder Wiederverheiratung ist eine erneute Einbenennung möglich. Mehr als verdoppelt werden kann der Name jedoch nicht. Voraussetzung ist die Einwilligung des nichtsorgeberechtigten Elternteils, die jedoch ersetzt werden kann, wenn es zum Wohl des Kindes erforderlich ist.


Verheiratet sich ein Elternteil neu, der mit dem anderen Elternteil das gemeinsame Sorgerecht ausübt, so müssen sich die Elternteile bezüglich der Einbenennung einigen, gegebenenfalls kann der wiederverheiratete Elternteil gemäß § 1628 BGB beim Familiengericht die Übertragung der Bestimmung zur Namensänderung beantragen.

 

Inken Kronenbitter
Oktober 2001


Familienrecht - 01.10.2001

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